Förderung
KI-Förderung für Unternehmen: welche Programme ein KI-Projekt wirklich bezahlen
Wer nach KI-Förderung für Unternehmen sucht, landet meist bei Forschungsprogrammen, die für eine Einführung im Betrieb nicht taugen. Bezahlt werden KI-Projekte im Mittelstand fast immer aus Digitalisierungs-, Beratungs- und Qualifizierungstöpfen. Diese Seite zeigt, welche Programme in Frage kommen, welche Schwellen gelten und welche es nicht mehr gibt — geprüft an den amtlichen Quellen.
- 4 Kostenarten
Beratung, Umsetzung, Qualifizierung, Entwicklung
- bis 80 %
Förderquote im günstigsten Fall
- Stand 21.09.2026
jede Angabe gegen die amtliche Quelle geprüft
Einordnung
Warum es für KI selten einen KI-Topf gibt
Die Förderlogik in Deutschland richtet sich nach der Art des Vorhabens, nicht nach der eingesetzten Technologie. Gefragt wird: Ist das Beratung, eine Investition, eine Weiterbildung oder Forschung? Ob dabei KI, ein ERP-System oder eine Dokumentenverwaltung herauskommt, ist zweitrangig.
Was daraus folgt:
- Programme mit „KI“ im Namen zielen überwiegend auf Forschung und Verbundvorhaben. Für die Einführung einer vorhandenen Technologie im Betrieb passen sie nicht.
- Was eine KI-Einführung tatsächlich bezahlt, sind Digitalisierungs-, Beratungs- und Qualifizierungsprogramme — ohne „KI“ im Namen.
- Ein Vorhaben lässt sich deshalb selten über ein einziges Programm finanzieren. Es wird in Teile zerlegt, und jeder Teil findet seinen Topf.
- Diese Aufteilung ist keine Formsache: Sie entscheidet darüber, ob überhaupt etwas fließt.
Systematik
Vier Kostenarten — und für jede ein anderer Topf
So sortieren wir ein Vorhaben, bevor wir über Programme reden. Die Reihenfolge entspricht der Angebotsleiter: erst verstehen, dann umsetzen, dann befähigen.
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Beratung und Diagnose
Analyse der Ausgangslage, Zuschnitt des Vorhabens, Entscheidungsgrundlage. Passende Programme: INQA-Coaching, BAFA-Beratungsförderung.
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Umsetzung und Software
Lizenzen, Einführung, Anbindung an vorhandene Systeme. Passende Programme: Digitalbonus Bayern, Digitalisierungskredit der LfA.
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Qualifizierung
Schulung der Beschäftigten und Begleitung im Alltag — der Teil, an dem KI-Projekte am häufigsten scheitern. Passendes Programm: Weiterbildungsförderung nach § 82 SGB III.
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Entwicklung und Forschung
Eigenentwicklung mit offenem Ausgang, nicht Konfiguration vorhandener Werkzeuge. Passende Programme: Forschungszulage, Innovationsgutschein, BayVFP.
Voraussetzungen
Drei Fragen entscheiden, was überhaupt in Frage kommt
Bevor Quoten und Höchstbeträge interessant werden, klären sich die meisten Programme über drei harte Merkmale. Sie liegen niedriger, als die geläufige KMU-Definition vermuten lässt.
- Betriebsstätte in Bayern? Digitalbonus, Innovationsgutschein und BayVFP setzen sie voraus. Die Bundesprogramme gelten überall.
- Unter oder über 50 Beschäftigte? Digitalbonus und Innovationsgutschein verlangen weniger als 50 Beschäftigte und höchstens 10 Mio. € Umsatz oder Bilanzsumme. INQA-Coaching, BAFA und Forschungszulage gehen bis 250 Beschäftigte und 50 Mio. € Umsatz.
- Gewerbebetrieb oder Freier Beruf? Beim Digitalbonus sind Freiberufler ausdrücklich ausgeschlossen — das trifft Kanzleien und Praxen.
- Schon andere Zuschüsse erhalten? Digitalbonus und BAFA sind De-minimis-Beihilfen. In drei Jahren sind höchstens 300.000 € zulässig, verbundene Unternehmen eingerechnet.
Übersicht
Programme für KI-Vorhaben im Überblick
Sortiert nach praktischer Trefferwahrscheinlichkeit für einen mittelständischen Betrieb in Bayern. Alle Angaben stammen aus den amtlichen Programmseiten und Richtlinien.
| Programm | Was es bezahlt | Bis zu | Für wen |
|---|---|---|---|
| Digitalbonus Bayern | Software, dazu Beratung und Schulung zur Einführung (höchstens die Hälfte der Ausgaben) | 50 %, max. 7.500 € (Standard) bzw. 30.000 € (Plus) | Betriebe unter 50 Beschäftigte mit Betriebsstätte in Bayern, keine Freiberufler |
| INQA-Coaching | Coaching zu Veränderungen durch den digitalen Wandel, bis zu zwölf Tage | 80 % der Coachingkosten | KMU unter 250 Beschäftigte, mindestens zwei Jahre am Markt |
| Weiterbildungsförderung § 82 SGB III | Lehrgangskosten und anteilig das Arbeitsentgelt während der Schulung | 25–100 % je nach Betriebsgröße | alle Größen; Träger und Maßnahme müssen zugelassen sein |
| LfA Digitalisierungskredit | Investition und Betriebsmittel, ausdrücklich auch KI und Weiterbildung | zinsgünstiges Darlehen plus 1 % Tilgungszuschuss, in höheren Stufen bis 5 % ERP-Zuschuss | Unternehmen bis 500 Mio. € Umsatz, Antrag über die Hausbank |
| Forschungszulage | Personalkosten, Eigenleistung und Auftragsforschung in Entwicklungsvorhaben | 35 % für KMU, bis 4,2 Mio. € im Jahr | alle Größen; Rechtsanspruch statt Ermessen |
| BAFA-Beratungsförderung | konzeptionelle Einzelberatung, höchstens fünf Tage | 50 % auf höchstens 3.500 €, also bis 1.750 € | KMU; Richtlinie läuft zum 31.12.2026 aus |
| Innovationsgutschein Bayern | externe Forschungs- und Entwicklungsleistung, keine Unternehmensberatung | 40–70 % (Standard) bzw. 50 % (Spezial), bis 30.000 € bzw. 80.000 € | kleine Unternehmen und Handwerksbetriebe unter 50 Beschäftigte in Bayern |
| BayVFP Digitalisierung | Verbundforschung mit mindestens zwei Partnern, Durchführung in Bayern | bis 50 % industrielle Forschung, bis 25 % experimentelle Entwicklung | Unternehmen mit Forschungsanteil und Projektpartner |
| Mittelstand-Digital Zentrum Augsburg | Workshops, Demonstratoren und begleitete Umsetzungsprojekte | kostenfrei — Sachleistung, kein Geldfluss | KMU in Bayern |
Im Detail
Die drei Programme, die am häufigsten passen
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Software und Einführung
Digitalbonus Bayern
Der direkteste Weg für ein KI-Einführungsprojekt: bis zu 50 % der Ausgaben, Software und Einführungsbegleitung gemeinsam förderfähig, solange Beratung und Schulung höchstens die Hälfte ausmachen. Das Programm läuft bis Ende 2027, wird aber monatlich kontingentiert und ist regelmäßig binnen Minuten ausgeschöpft. Wer teilnehmen will, muss den Antrag vor dem Fenster fertig haben, nicht am Stichtag beginnen. Zugang über das ELSTER-Unternehmenskonto. Programmseite des Wirtschaftsministeriums
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Organisation und Einführung
INQA-Coaching
Mit 80 % die höchste Quote im Feld, und inhaltlich genau der Teil, der über Erfolg oder Misserfolg entscheidet: Prozesse, Rollen, Arbeitsorganisation, Befähigung der Belegschaft. Bis zu zwölf Coachingtage über höchstens sieben Monate, Programmlaufzeit bis 2028. Der Einstieg läuft über eine kostenlose Erstberatung bei der regionalen INQA-Beratungsstelle, die den Coaching-Scheck ausstellt. Einlösbar ist er nur bei autorisierten Coaches. Informationen für KMU bei INQA
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Schulung
Weiterbildungsförderung nach § 82 SGB III
Keine befristete Richtlinie, sondern eine gesetzliche Dauerleistung — der einzige Weg hier, der nicht an einem Programmende oder einem erschöpften Kontingent hängt. Übernommen werden je nach Betriebsgröße 25 bis 100 % der Lehrgangskosten, dazu ein anteiliger Zuschuss zum Arbeitsentgelt. Voraussetzung ist, dass Bildungsträger und Maßnahme für die Förderung zugelassen sind. Die Entscheidung liegt im Ermessen der Agentur; verbindlich ist allein der örtliche Arbeitgeber-Service. Bundesagentur für Arbeit
Für Entwicklungsvorhaben mit offenem Ausgang ist die Forschungszulage der verlässlichste Weg: 35 % für KMU, seit 2026 auf eine Bemessungsgrundlage von 12 Mio. € im Jahr, als Rechtsanspruch statt Ermessensentscheidung. Wo die Zuschussdeckel greifen, ergänzt der Digitalisierungskredit der LfA, der KI und Weiterbildung ausdrücklich als Verwendungszweck nennt.
Veraltet
Programme, die es nicht mehr gibt
Die bekanntesten Digitalisierungsförderungen sind ausgelaufen, stehen aber weiterhin auf zahllosen Ratgeberseiten — teils in Artikeln, die 2026 im Titel führen.
- go-digital — ausgelaufen zum 31.12.2024. Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums konnte das Programm wegen der Haushaltslage nicht fortgesetzt werden. Als Nachfolgestruktur benannt sind die kostenfreien Mittelstand-Digital Zentren.
- Digital Jetzt — Förderrichtlinie Ende 2023 ausgelaufen, das Antragsportal wurde im März 2026 abgeschaltet. Ein Nachfolger mit vergleichbarem Zuschnitt existiert nicht.
- ZIM — das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand nimmt seit dem 7. Juli 2026, 12 Uhr, keine Anträge und keine Projektskizzen mehr an. Grund sind erschöpfte Haushaltsmittel. Eine Aufhebung wird für Anfang 2027 angestrebt, hängt aber am Bundeshaushalt. Ausgenommen sind Anträge mit internationalen Partnern.
- BAFA-Beratungsförderung — noch aktiv, aber die Richtlinie gilt nur bis zum 31.12.2026. Ein Nachfolgeprogramm ist bisher nicht veröffentlicht.
Klartext
Was diese Seite leistet — und was nicht
Fördermittel berühren Rechts- und Steuerfragen. Deshalb hier deutlich, wo unsere Arbeit endet.
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Wir ordnen ein
Im KI-Audit entsteht ohnehin die Aufteilung eines Vorhabens in Beratung, Software, Qualifizierung und Entwicklung. Genau diese Aufteilung entscheidet über die Förderfähigkeit — wir beschriften sie zusätzlich fördersystematisch.
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Wir stellen keine Anträge
Antragstellung, Auslegung von Bescheiden und Verwendungsnachweise übernehmen wir nicht. Zuständig sind die Bewilligungsstellen, für steuerliche Fragen eure Steuerberatung, für rechtliche eure Rechtsberatung.
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Wir sagen nichts zu
Bei den meisten Programmen besteht kein Rechtsanspruch; entschieden wird nach Ermessen und im Rahmen verfügbarer Haushaltsmittel. Ausnahme ist die Forschungszulage. Was hier steht, sind Möglichkeiten, keine Bewilligungen.
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Reihenfolge beachten
Der teuerste Fehler: mit dem Vorhaben beginnen, bevor der Antrag gestellt ist. Förderfähig sind bei Zuschüssen nur Maßnahmen, die noch nicht begonnen wurden. Wenn gefördert werden soll, planen wir den Projektstart entsprechend.
Stand der Angaben: 21. September 2026. Jede Zahl auf dieser Seite ist gegen die amtliche Programmseite oder die Förderrichtlinie geprüft. Förderprogramme ändern sich unterjährig: Budgets werden erschöpft, Richtlinien novelliert, Antragsfenster verschoben. Vor einer Entscheidung immer die verlinkte Originalquelle prüfen — für die Bayern-Programme das Wirtschaftsministerium, für die Bundesprogramme BAFA, INQA und die Bundesagentur für Arbeit.
Häufige Fragen
Häufige Fragen zur KI-Förderung für Unternehmen
Wird der Einsatz von KI in Unternehmen gefördert?
Ja, aber selten über ein Programm mit „KI“ im Namen. Gefördert wird nach Art des Vorhabens: Beratung, Investition, Weiterbildung oder Forschung. Eine KI-Einführung im Mittelstand läuft deshalb meist über Digitalisierungs- und Qualifizierungsprogramme.
Gibt es go-digital noch?
Nein. Das Programm ist zum 31.12.2024 ausgelaufen und wurde wegen der Haushaltslage nicht fortgesetzt. Als Nachfolgestruktur benennt das Wirtschaftsministerium die kostenfreien Mittelstand-Digital Zentren; für Zuschüsse sind heute die Digitalbonus-Programme der Länder und der ERP-Förderkredit die praktischen Wege.
Wie hoch ist der Digitalbonus Bayern?
Bis zu 50 % der förderfähigen Ausgaben, höchstens 7.500 € beim Digitalbonus Standard und höchstens 30.000 € beim Digitalbonus Plus für Maßnahmen mit besonderem Innovationsgehalt. Häufig kursierende 50.000 € stammen aus einem älteren Programmstand.
Kann man ZIM 2026 noch beantragen?
Nein. Seit dem 7. Juli 2026, 12 Uhr, werden keine neuen Anträge und keine Projektskizzen mehr angenommen, weil die Haushaltsmittel erschöpft sind. Ausgenommen sind Anträge mit internationalen Partnern. Eine Wiederaufnahme wird für Anfang 2027 angestrebt. Als Alternative kommt die Forschungszulage in Betracht.
Was ist der Unterschied zwischen einem Zuschuss und der Forschungszulage?
Ein Zuschuss wird beantragt und nach Ermessen der Bewilligungsstelle im Rahmen verfügbarer Haushaltsmittel gewährt — ein Anspruch besteht nicht. Die Forschungszulage ist dagegen ein gesetzlicher Anspruch: Sie wird nach einer Bescheinigung über das Finanzamt festgesetzt und ausgezahlt, auch wenn keine Steuer anfällt.
Muss der Antrag vor Projektbeginn gestellt werden?
Bei Zuschüssen ja. Förderfähig sind nur Maßnahmen, die noch nicht begonnen wurden; beim Digitalbonus darf erst nach der Antragseingangsbestätigung auf eigenes Risiko begonnen werden. Die Forschungszulage ist die Ausnahme — ihre Bescheinigung lässt sich auch nachträglich beantragen.
Übernimmt OrComAI die Antragstellung?
Nein. Wir schneiden das Vorhaben so zu, dass die Anteile für Beratung, Software, Qualifizierung und Entwicklung klar getrennt sind, und ordnen ein, welcher Topf jeweils in Frage kommt. Antrag, Bescheid und Verwendungsnachweis laufen über die zuständige Stelle, eure Steuerberatung oder eure Rechtsberatung.
Lassen sich mehrere Programme kombinieren?
Für dieselbe Leistung in der Regel nicht — die BAFA-Richtlinie etwa schließt eine Finanzierung mit weiteren öffentlichen Zuschüssen aus, und beide ESF-finanzierten Programme schließen sich gegenseitig aus. Für verschiedene Teile eines Vorhabens ist eine Kombination dagegen üblich, etwa Coaching für die Organisation und Digitalbonus für die Software.
Passt ein Förderweg zu eurem Vorhaben?
Der erste Schritt ist derselbe wie ohne Förderung: klären, was gelöst werden soll und wie das Vorhaben zerfällt. Daraus ergibt sich, welche Töpfe überhaupt in Frage kommen — und ob sich der Aufwand lohnt.